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Digitalisierung in der Schule: Fluch oder Segen?

21. Januar 2026

Ein Essay über die Frage, ob sich die Schule der Veränderungen der Digitalisierung anpassen muss.

Wir leben in einer Welt des Fortschritts und der Digitalisierung. Neue technische Fortschritte hier, neue künstliche Intelligenzen da. Die Menschheit ist daran, jeden Prozess zu optimieren und alles effizienter und schneller zu gestalten. Und mittendrin steht die Schule. Die Schule, welche schon häufig in der Kritik stand, sich zu wenig den Veränderungen anzupassen und dem Fortschritt immer einen Schritt zurück zu sein. Besonders Schüler:innen beklagen sich oft darüber, dass die Schule zu wenig digital sei und sich nicht den Fortschritten anpasse. Doch sollte sich die Schule wirklich an die Veränderung der Digitalisierung anpassen? Um diese Frage zu diskutieren, stütze ich mich auf einen Interviewauszug aus «Das Magazin» vom 24.10.2025. In diesem Interview gibt Roland Reichenbach Antworten zu verschiedenen Fragen im Bereich der Schule, Bildung und Erziehung.

DeltaWorks, Digitalisierung / Pixabay.com

„Im Gegenteil, wenn alles schneller wird, sollte die Schule langsamer werden. Lesen, schreiben und rechnen lernen benötigen Zeit und Übung.“ (Z. 2-3) So antwortet Reichenbach auf die Frage, ob sich die Schule auch radikal verändern solle. Und gerade in Bezug auf künstliche Intelligenzen verändert sich unsere Welt ziemlich rasant. Um eine Information zu bekommen, reicht eine kurze Google-Suche und die Google-KI fasst als ersten Treffer der Suche alle wichtigen Informationen zusammen. Doch mit dieser Antwort haben wir unser Wissen nicht erweitert. Im Gegenteil, die Information verfliegt so schnell, wie sie gekommen ist. Diese Erfahrung hat schon fast jeder im Mathematikunterricht gemacht. Man gibt der KI eine Aufgabe und erhält die Lösung, man hat aber nichts daraus gelernt. Rechnen braucht nun mal Übung und nur die Lösung zu erhalten, ist keine Übung. Reichenbach spricht davon, dass dieses schnelle Sich-ins-Bild-Setzen nichts mehr mit Lernen und Üben zu tun habe (Z. 29-30). Dieses Phänomen lässt sich in ganzen vielen Situationen in der Schule beobachten. Und gerade Kompetenzen wie Lesen und Schreiben brauchen Zeit und Übung und da ist die Idee der Schnelligkeit kontraproduktiv.

Schüler:innen werfen der Schule oft vor, dass sie sich den Veränderung der Digitalisierung zu wenig anpasst. Aber das stimmt gar nicht. Herr Reichenbach sagt, dass das Problem sei, dass das Neue einen prinzipiell guten Ruf habe (Z.18-19). Dass die Digitalisierung die Schule erreicht hat, sollte langsam allen klar sein. Wir haben unsere eigenen Laptops, arbeiten mit Visualizern, machen Online-Übungen etc. Und dass das Neue prinzipiell einen guten Ruf hat, wissen wir auch. Besonders bei den Schüler:innen ist es so. Kaum jemand steht den künstlichen Intelligenzen negativ gegenüber und sieht Probleme und Gefahren. KI ist der Fortschritt und gemäss den Schüler:innen müsse sich die Schule nun anpassen. Aber wie bereits erwähnt, ist gerade die Geschwindigkeit eine Gefahr für das Lernen.

Neben der Gefahr der Geschwindigkeit bringt die Digitalisierung noch ein weiters zentrales Problem mit: die Ablenkung. Viele Schüler:innen lassen sich im Unterricht durch digitale Medien ablenken. Ein praktisches Beispiel zeigen Klassendiskussion. Häufig müssen Schüler:innen etwas lesen oder vorbereiten und danach wird darüber diskutiert. Aber da oft Online-Spiele gespielt werden oder Online-Shopping betrieben wird , kann nach der Vorbereitungszeit keine Diskussion mehr stattfinden. Und grundsätzlich beklagen sich Lehrpersonen, dass die Schüler:innen seit dem Gebrauch von Laptops deutlich unkonzentrierter arbeiten würden.

Bevor ich zum Fazit komme, möchte ich noch eine positive Seite der Digitalisierung vorstellen. Digitale Medien ermöglichen individualisiertes Lernen, erleichtern den Zugang zu Wissen und bereiten auf die Anforderung im Berufsleben vor. Es ist wichtig, mit der Zeit und dem Fortschritt zu gehen, da sich auch die Arbeitswelt ständig weiterentwickelt.

Die Digitalisierung und der Fortschritt haben viele gute Seiten und bringen der Menschheit viele neue Erkenntnisse und Möglichkeiten. Jedoch ist die Digitalisierung auch eine Gefahr für unsere Bildung. Wenn all unser Wissen von einer KI stammt, welche in Sekundenschnelle Antwort gibt, und wir dann meinen, etwas gelernt zu haben, sind wir falsch. Das ist nicht Lernen.
Ich denke, es ist von grösster Wichtigkeit, dass wir unsere basalen Kompetenzen nicht verlieren, unser kritisches Denken schulen und uns in der Schule ein Fundament der Sicherheit bauen, ohne digitale Medien und ohne künstliche Intelligenzen. Danach ist es immer noch möglich, den Umgang mit den digitalen Medien zu lernen und sie zu unserem Vorteil zu nutzen.

Schreibprozess

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